Andreas Kijak Managementberatung GmbH

Rechtspflicht zur Planung

Zweck der Unternehmensplanung

Mit Inkrafttreten des KonTraG und später des Transparenz- und Publizitätsgesetzes hat der Gesetzgeber den Gesellschaften wie auch den Abschlussprüfern zahlreiche neue Pflichten auferlegt. Von den Unternehmen wird mehr Transparenz und Publizität in allen Bereichen verlangt. Die Regelungen zur Verbesserung der Qualität der Abschlussprüfung erhöhen insbesondere die An- forderungen an Prüfungsinhalt und Prüfungsbericht. Zu den Verbesserungen im Rahmen der Arbeit des Aufsichtsrats zählt auch die in § 90 Abs. I Nr. I AktG vorgenommene Erweiterung der Berichtspflicht des Vorstands an den Aufsichtsrat um grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung. In Ableitung gilt dies für alle anderen Gesellschaftsformen!

Zweck der Unternehmensplanung ist

  • die Sicherung der Unternehmenszukunft,
  • die Erreichung der Unternehmensziele und
  • die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit.
Abb1: Relevanz und Anwendungsbereiche der Unternehmensplanung

Die Sicherung der Unternehmenszukunft ist in Zeiten einer Wirtschaftskrise mit steigenden Unternehmensinsolvenzen vor- rangigste Aufgabe aller Akteure eines Unternehmens. Die Sicherungsfunktion der Unternehmensplanung dominiert damit die übrigen Funktionen wie Führungs-, Ordnungs-, Leistungs-, Optimierungs-, Alternativen- und Flexibilitäts- sowie Kreativitäts- funktion. Vermutlich hätten sich zahlreiche Totalzusammenbrüche selbst von bedeutenden Unternehmen vermeiden lassen, wenn diese über eine effiziente Unternehmensplanung verfügt hätten. Insofern kann die Unternehmensplanung auch als wesentliche Grundlage und entscheidender Erfolgsfaktor eines funktionsfähigen Überwachungssystems i. S. des § 91 Abs. AktG angesehen werden.

Im derzeitigen Wirtschaftsrecht hat der Gesetzgeber die Bedeutung der Unternehmensplanung als Instrument zur Unter- nehmenssicherung in einer funktionierenden Volkswirtschaft anerkannt, indem er den Geschäftsleitern zahlreiche konkrete Pflichten vorgegeben hat, deren Erfüllung eine Planung grundsätzlich voraussetzt. Vor diesem Hintergrund stellt sich naturgemäß die Frage, aus welchen Gründen und inwieweit gegenwärtig eine Rechtspflicht zur Unternehmensplanung besteht und wie diese sich in der praktischen Umsetzung konkretisiert.

Mindestinhalt einer Unternehmensplanung

Die vorhergehende Bestandsaufnahme zeigt zum einen die Bedeutung der Unternehmensplanung für eine funktionierende Volkswirtschaft sowie für die Erfüllung der Geschäftsleiterpflichten bis hin zur Corporate Governance. Sie macht allerdings auch erhebliche Rechtsunsicherheiten und wiederum als Folge davon gravierende Vollzugsdefizite in der Wirtschaftspraxis offenkundig.

Eine ordnungsmäßige Unternehmensplanung hat einen vergleichbaren Stellenwert wie eine ordnungsmäßig erstellte Buch- führung oder ein aussagefähiger Jahresabschluss, der unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Sie umfasst neben einer GuV- und Liquiditätsplanung (in Anlehnung an IDW S6) unabdingbar auch eine Bilanzplanung.

Abb2: Wirkzusammenhänge einer integrierten Unternehmensplanung
 

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